Praxis

Von der Offerte zum Auftrag in Minuten.

Standardfälle sollen in Minuten statt in Stunden oder Tagen offeriert und bestellt werden. Auch wenn kein Kunde Self-Service nutzt, spart Ihr Team intern schon massiv Zeit.

Von Dimitri König ·

Das Ziel: Weg vom Einzelfall, hin zum geführten Ablauf

Stellen Sie sich vor, Ihr Verkauf erhält eine Offertanfrage für ein Standardprodukt. Statt eine Mail zu lesen, Rückfragen zu formulieren, auf Antworten zu warten und manuell zu kalkulieren, öffnet der Verkauf ein Portal, wählt den Produkttyp aus, gibt die relevanten Parameter ein und bekommt sofort Preis und Liefertermin angezeigt. In 3 Minuten statt in 3 Stunden.

Das ist kein Zukunftsszenario. Das ist ein Bestellportal für Standardfälle. Intern genutzt, ohne dass ein Kunde jemals das Portal sehen muss.

Vorher vs. Nachher: Ein typischer Standardfall

1 Kunde schickt Mail. 80% der Infos vorhanden, Rest fehlt
2 Verkauf fragt nach fehlender Masseangabe. Wartet auf Antwort
3 Kunde antwortet am nächsten Morgen
4 Preisbestätigung intern nötig. Kalkulation antwortet nach dem Mittagessen
5 Offerte geht am späten Nachmittag raus

Durchlaufzeit: über ein Tag. Reine Arbeitszeit: ein Bruchteil davon. Der Rest ist Warten.

1 Verkäufer öffnet Portal, wählt Produkttyp, gibt Parameter ein
2 System validiert sofort. Fehlende Angaben werden als Pflichtfeld abgefangen
3 Preis wird regelbasiert berechnet, Liefertermin angezeigt
4 Bestätigen, fertig. Offerte sofort beim Kunden

Durchlaufzeit: Minuten statt Stunden. Keine Rückfrage, keine Unterbrechung, keine Wartezeit.

1 Kunde loggt sich ins Portal ein, wählt Produkttyp und konfiguriert seine Bestellung selbst
2 Validierung und Pflichtfelder führen durch den Prozess. Keine Rückfragen nötig
3 Preis und Liefertermin werden sofort angezeigt. Keine Wartezeit auf Offerte
4 Kunde bestätigt direkt. Auftrag geht automatisch ins System

Null Aufwand für Ihren Innendienst. Der Kunde bestellt rund um die Uhr, auch ausserhalb der Bürozeiten.

So funktioniert ein geführter Bestellprozess

Ein Bestellportal für Standardfälle ist kein Webshop und kein ERP-Modul. Es ist ein geführter Eingabeprozess, der auf Ihren realen Standardfällen basiert. Die Logik dahinter:

  • Variantenauswahl: Der Nutzer wählt Produkttyp, Material, Abmessungen und weitere Parameter aus vordefinierten Optionen. Keine Freitexteingabe, wo eine Auswahl reicht.
  • Validierung in Echtzeit: Unvollständige oder ungültige Eingaben werden sofort markiert. Keine Offerte geht mit fehlenden Angaben raus.
  • Preissimulation: Der Preis wird regelbasiert berechnet. Aus Materialpreisen, Zuschlagtabellen, Rabatten und Mengenlogik. Transparent und nachvollziehbar.
  • Liefertermin: Basierend auf aktueller Kapazität, Vorlaufzeiten und Bearbeitungsschritten. Automatisch berechnet oder aus hinterlegten Durchschnittswerten.
  • Bestätigung: Offerte oder Direktbestellung wird per Klick ausgelöst. Das Ergebnis geht ins ERP oder als PDF an den Kunden. Je nach Integration.

Erst intern, dann optional für Kunden

Ein häufiges Missverständnis: Ein Bestellportal bedeutet nicht, dass Ihre Kunden alles selbst machen müssen. Der grösste Nutzen entsteht oft zuerst intern. Wenn Ihr Verkauf, Innendienst oder Backoffice den geführten Prozess nutzt.

Warum? Weil die internen Mitarbeitenden dieselben Rückfragen stellen wie ein externes System: Was ist der Preis? Ist das machbar? Wann kann geliefert werden? Wenn diese Fragen automatisch beantwortet werden, spart das unabhängig davon Zeit, ob der Verkäufer oder der Kunde die Eingabe macht.

Kunden-Self-Service ist eine Option, kein Muss. Viele KMUs starten intern und öffnen das Portal später für ausgewählte Stammkunden. Wenn es intern sauber läuft.

Was es dafür braucht

Ein geführter Bestellprozess entsteht nicht aus dem Nichts. Voraussetzung ist, dass Sie wissen, was Ihre Standardfälle sind. Welche Varianten gibt es? Welche Parameter bestimmen den Preis? Welche Regeln gelten für Liefertermine?

In der Praxis steckt dieses Wissen oft in Köpfen oder in Excel-Tabellen, die nur bestimmte Personen verstehen. Genau deshalb starte ich jedes Projekt mit der Analyse realer Fälle. Nicht mit einem abstrakten Anforderungsworkshop.

Aus 100 realen Aufträgen entsteht ein klickbarer Prototyp, der zeigt, wie der geführte Ablauf konkret aussieht. Nicht in Folien, sondern zum Anklicken. So werden Missverständnisse und Sonderfälle früh sichtbar. Bevor das eigentliche Portal gebaut wird. Mehr zur konkreten Vorgehensweise finden Sie bei den Leistungen.

Ergebnisse aus der Praxis

Im Signature Case, einem Holz-Grosshändler mit hohem Offertvolumen, wurden über 90% der Fälle als Standard identifiziert und in einen geführten Bestellprozess überführt. Das Ergebnis:

  • Durchlaufzeit von Stunden/Tagen auf Minuten reduziert
  • Null Produktions-Rückfragen für Standardfälle
  • Offener Quellcode und übergabefähig. Keine Abhängigkeit

Mehr zu diesem Projekt finden Sie im Signature Case.

Fazit: Minuten statt Stunden sind machbar

Ein geführter Bestellprozess für Standardfälle ist keine Raketenwissenschaft. Es braucht Klarheit über Ihre Standardfälle, einen klickbaren Prototyp und eine saubere Umsetzung. Kein monatelanges IT-Projekt, kein Übergangsdesaster.

Wer sich fragt, wie man den Einstieg konkret gestaltet, ohne gleich alles umzukrempeln, findet die Antwort im Artikel Offertprozess digitalisieren, ohne alles umzukrempeln.

FAQ

Häufige Fragen

Wie funktioniert ein geführter Bestellprozess?

Der Nutzer wählt Produkttyp und Parameter aus vordefinierten Optionen. Das System validiert die Eingaben sofort, berechnet den Preis regelbasiert und zeigt den Liefertermin an. So entsteht eine verbindliche Offerte in Minuten statt Stunden.

Muss der Kunde das Bestellportal selbst nutzen?

Nein. Viele KMUs starten intern: Der Innendienst nutzt den geführten Prozess, um Offerten schneller zu erstellen. Kunden-Self-Service ist eine spätere Option, kein Muss.

Bereit für schnellere Offerten?

Der Fit-Check zeigt in 5 Minuten, ob Ihre Standardfälle reif für einen geführten Bestellprozess sind.