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Kritische PHP-Lücken vom Oktober 2026: Was tun, wenn für deine Anwendung niemand zuständig ist?

Du hast von den kritischen PHP-Lücken gelesen oder eine Mail deines Hosters bekommen und fragst dich, ob deine Anwendung betroffen ist und wer das überhaupt prüft. Ist die Agentur weg und intern niemand zuständig, bleibt die Frage an dir hängen, auch wenn du sie technisch nicht beantworten kannst. Hast du ein Hosting-Paket, ist die Sache nach dem Patch deines Hosters oft erledigt. Läuft deine Anwendung auf einem eigenen Server, auf einer alten PHP-Version oder fühlt sich niemand für sie zuständig, ist sie es nicht.

Von Dimitri König9 Min. Lesezeit

Am 21. Oktober 2026 hat das PHP-Projekt Sicherheitsupdates für zwei kritische Lücken veröffentlicht. Das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) hat am selben Tag gewarnt. Hoster haben in der Nacht gepatcht, einige haben Server vorsorglich vom Netz genommen. Stand der Angaben: 29. Oktober 2026.

Was ist passiert?

  • Zwei kritische Lücken. CVE-2026-109618 und CVE-2026-109619 sind laut BACS und PHP-Projekt mit CVSS 4.0 9.2 als kritisch eingestuft. Über beide können Angreifer ohne Anmeldung Code auf dem Server ausführen. Die eine Lücke entsteht bei Speichermangel während einer Anfrage, die andere durch Zustände, die von einer Anfrage zur nächsten im PHP-Prozess hängen bleiben.
  • Korrigiert in PHP 8.2.35, 8.3.36, 8.4.27 und 8.5.12. Erschienen am 21. Oktober 2026. Für PHP 8.1 und älter gibt es keine offizielle Version, nur Quellcode-Backports für 7.4, 8.0 und 8.1 sowie gepatchte Pakete einzelner Distributionen und Anbieter.
  • Fast alle Versionen betroffen. Laut den Forschenden von Wiz reichen die betroffenen Versionen bis PHP 5.4 zurück. Betroffen ist jede PHP-Installation, die Webanfragen bedient, ob PHP-FPM, Apache mit mod_php, php-cgi, FrankenPHP oder LiteSpeed. Das grösste Risiko sieht das PHP-Projekt bei mod_php, weil der Angriff dort ausgelöst wird, bevor überhaupt Anwendungscode läuft.
  • Aktiv ausgenutzt. Laut Amazon gab es erste Angriffsversuche schon am 17. Oktober, vier Tage vor dem Patch, watchTowr hat Angriffe am 21. Oktober beobachtet. Am 24. Oktober wurde die erste erfolgreiche Übernahme von Testservern (Honeypots) dokumentiert, am 26. Oktober hat die US-Behörde CISA beide Lücken in ihren Katalog ausgenutzter Schwachstellen aufgenommen. Laut der Sicherheitsfirma Dream verketten Angreifer die Lücken mit einer Lücke im Linux-Kernel (CVE-2026-46300) und übernehmen so Server mit vollen Rechten, vor allem Firewalls mit alter PHP-Version.
  • Auch PHP unter Windows braucht ein neues Paket. Am 26. Oktober hat das PHP-Projekt neue Windows-Pakete veröffentlicht (8.5.12-1, 8.4.27-1, 8.3.36-1 und 8.2.35-1). Sie schliessen eine Lücke in der mitgelieferten Bibliothek Brotli (CVE-2026-111497), die CISA seit dem 27. Oktober als ausgenutzt führt, ohne zu sagen, über welche Produkte. Erreichbar ist sie über die cURL-Erweiterung, wenn Antworten automatisch entpackt werden. Das tun zum Beispiel WordPress und die verbreitete HTTP-Bibliothek Guzzle standardmässig.

Ist meine Anwendung betroffen?

Betroffen ist jede Anwendung, die mit PHP läuft und noch keine korrigierte PHP-Version oder kein gepatchtes Paket hat. Das BACS weist ausdrücklich darauf hin, dass PHP nicht nur in Websites steckt, sondern auch in Verwaltungsoberflächen, internen Fachanwendungen, Hosting-Plattformen, Containern und Geräten. Vielleicht weisst du selbst nicht, wo überall PHP drinsteckt. Dein Kundenportal, dein Bestellsystem oder dein Intranet aus PHP gehört also genauso auf die Liste wie deine Website.

Auch Firewalls und VPN-Zugänge können betroffen sein. Palo Alto Networks meldet aktive Angriffe über die aus dem Internet erreichbare Management-Oberfläche seiner Firewall-Software PAN-OS, Citrix führt NetScaler ADC und NetScaler Gateway als betroffen. Setzt du solche Geräte ein, kläre mit dem Hersteller oder deinem IT-Dienstleister, ob die Korrekturen eingespielt sind, und öffne die Management-Oberfläche nur für interne Adressen.

Wie prüfe ich, ob meine Anwendung gepatcht ist?

  1. PHP-Version feststellen. Im Hosting-Panel oder mit phpinfo() auf einer geschützten Seite. Vorsicht mit php -v auf dem Server: Der Befehl zeigt die Version der Kommandozeile, die von der Version abweichen kann, mit der PHP-FPM oder Apache die Website ausliefert. Massgebend ist die Version im Webkontext.
  2. Version vergleichen. PHP 8.2.35, 8.3.36, 8.4.27, 8.5.12 oder neuer: korrigiert.
  3. Bei tieferer Versionsnummer das Build Date prüfen. Viele Hoster haben die Korrektur als Backport eingebaut, die Versionsnummer bleibt dann gleich. Laut METANET und green.ch zeigt phpinfo() in diesem Fall ein Build Date vom 21. Oktober 2026 oder später.
  4. Beim Hoster nachfragen. Das BACS empfiehlt, sich die Behebung bei Hosting-Angeboten und Herstellerprodukten bestätigen zu lassen. Eine kurze Mail genügt: «Ist auf unserem Hosting die Korrektur für CVE-2026-109618 und CVE-2026-109619 eingespielt, auch für die PHP-Version, die wir nutzen?» Frag nur über die bekannten Kanäle nach: METANET warnt vor gefälschten Mails in seinem Namen mit dem Betreff «Wichtige Mitteilung zu Ihrer PHP-Version».
  5. Eigener Server: Paketversion prüfen. Massgebend ist laut BACS nicht die Hauptversion, sondern die Paketversion und die Sicherheitsmeldung der Distribution, zum Beispiel Ubuntu USN-8948-1 und USN-8948-2 oder die Einträge im Debian Security Tracker. Ist die Korrektur als Backport eingespielt, steht die CVE-Nummer im Changelog des Pakets. Unter Debian und Ubuntu prüfst du das zum Beispiel mit zgrep CVE-2026-109618 /usr/share/doc/php8.1-common/changelog.Debian.gz (deine PHP-Version einsetzen), in der RHEL-Familie mit rpm -q --changelog php-common | grep CVE-2026-109618.
  6. Windows-Server: Paket prüfen. Unter Windows sind nur die Pakete mit dem Zusatz «-1» vom 26. Oktober vollständig korrigiert, die Versionsnummer selbst bleibt gleich. Für PHP 8.1 und älter gibt es vom PHP-Projekt keine korrigierten Windows-Pakete, dort hilft nur der Wechsel auf PHP 8.2 oder neuer.

Was tun, wenn das Update nicht sofort möglich ist?

Das BACS nennt, gestützt auf die Hinweise des PHP-Projekts, zwei Übergangsmassnahmen: die Upload-Fortschrittsanzeige von PHP abschalten (session.upload_progress.enabled=0) und, wo betrieblich möglich, Multipart-Anfragen am Webserver oder Proxy blockieren. Beides kann Uploads und Formulare beeinträchtigen. Die Massnahmen verringern nur einzelne Angriffswege, watchTowr hält Einstellungen in der php.ini sogar für wirkungslos. Ist ein Update nicht möglich, rät das BACS, den Zugriff auf die tatsächlich benötigten Personen und Systeme zu beschränken und bei kritischen Anwendungen eine vorübergehende Trennung vom Internet zu prüfen.

Wurde meine Anwendung schon angegriffen?

Ein Update schliesst die Lücke, beseitigt aber keinen Angriff, der schon passiert ist. Amazon empfiehlt, die Protokolle mindestens ab dem 17. Oktober zu prüfen, dem Tag der ersten beobachteten Angriffsversuche, nicht erst ab dem Patch. watchTowr rät, Protokolle, Konfiguration und verdächtige Dateien vor jeder Änderung zu sichern. Hinweise, auf die Wiz, watchTowr, Amazon, das BACS und die Auswertung erfolgreicher Honeypot-Angriffe aufmerksam machen:

  • ungewöhnlich grosse oder tief verschachtelte Multipart-Anfragen, oft ohne User-Agent, gefolgt von Fehlern wegen Speichermangel mit der Ortsangabe «Unknown on line 0» oder von wiederholten HTTP-500-Fehlern
  • POST-Anfragen mit dem Feld PHP_SESSION_UPLOAD_PROGRESS
  • abgestürzte PHP-Prozesse ohne erkennbaren Grund
  • auffällig grosse oder fehlerhafte PHPSESSID-Cookies, bei den Honeypot-Angriffen rund 800 KB gross
  • neue oder veränderte Dateien im Webverzeichnis, unerwartete Prozesse und ausgehende Verbindungen

Fehlen solche Spuren, beweist das allerdings keine Sicherheit. Wiz hat zudem gezeigt, dass Angreifer Speicher des PHP-Prozesses auslesen können, in dem Passwörter, Tokens, API-Schlüssel und Zertifikate liegen können. Siehst du Anzeichen eines Angriffs, wechsle deshalb auch die Zugangsdaten deiner Anwendung.

Wie haben Schweizer Hoster reagiert?

Die Tabelle fasst zusammen, was die Hoster auf ihren Status- und Supportseiten veröffentlicht haben.

Hoster Vorgehen Ältere PHP-Versionen
Hostpoint Update am 21. Oktober bis 17:30 Uhr auf allen Servern installiert Sicherheitsupdates nur für unterstützte Versionen, Empfehlung: mindestens PHP 8.2
cyon Am 21. Oktober um 15:45 Uhr alle Webhostings und Server vorsorglich vom Netz genommen, laut cyon über 100’000 Websites; seit 22. Oktober um 04:00 Uhr alles gepatcht und wieder online Korrekturen auch für ältere Versionen (7.4, 8.0, 8.1) installiert
METANET Übergangsmassnahmen am 21. Oktober, gestaffelt gepatcht, abgeschlossen am 22. Oktober um 12:50 Uhr Im Shared Hosting über den kostenpflichtigen PHP Extended Support abgedeckt. Auf Managed Servern mit PHP 7.3 und älter ohne Extended Support besteht Handlungsbedarf
Infomaniak Upload-Fortschrittsanzeige am 21. Oktober abgeschaltet, Korrekturen für 7.4 bis 8.5 am 22. Oktober Im Shared Hosting gepatchte Versionen bis zurück zu PHP 5.6 (23. Oktober). Wechselst du von einer alten Version, kannst du seit dem 27. Oktober nicht mehr zurück
green.ch Linux-Hosting per Backport gepatcht, abgeschlossen am 22. Oktober Linux: auch ältere Versionen gepatcht. Windows: PHP 8.1 und älter wird vom 23. bis 30. Oktober automatisch auf eine unterstützte Version umgestellt
hosttech Shared-Hosting-Server bis 22. Oktober um 00:23 Uhr aktualisiert Ältere Versionen erhalten keine regulären Sicherheitsupdates, Empfehlung: mindestens PHP 8.2
HOSTFACTORY Schutzmassnahme schon vor dem Release, Linux-Hosting ohne Unterbruch gepatcht, abgeschlossen am 22. Oktober. Cloud Server verwalten die Kunden selbst und müssen über Plesk aktualisieren Linux: auch LegacyPHP gepatcht. Windows: PHP 8.1 und älter mit sofortiger Wirkung auf 8.2 umgestellt
Novatrend Betroffene Webserver vorsorglich abgeschaltet, laut Novatrend erstmals in 20 Jahren, in der Nacht auf den 22. Oktober gepatcht Korrekturen per Backport, die angezeigte Versionsnummer bleibt gleich
EveryWare Shared Hosting am 23. Oktober ohne Übergangsfrist umgestellt und auf einen neuen Server migriert PHP 5.5, 7.0 und 7.4 auf 8.5, PHP 8.1 auf 8.2, mit dem Hinweis, dass Anwendungen danach möglicherweise nicht mehr laufen
nine.ch Managed Server gepatcht, am 26. Oktober als abgeschlossen gemeldet, alle Deploio-Anwendungen neu gebaut Patches für PHP 7.0 bis 8.5 je nach Ubuntu-Version, Kunden mit nicht patchbaren Versionen direkt kontaktiert
SwissCenter Korrigierte CloudLinux-Pakete direkt nach dem Erscheinen am 21. Oktober installiert Alle angebotenen Versionen von PHP 5.2 bis 8.5 gepatcht, bei 8.1 und älter bleibt die Versionsnummer gleich
KreativMedia Shared und Managed Server gepatcht, der Grossteil am 21. Oktober, CloudLinux-Systeme danach Keine Angabe zu Backports für ältere Versionen
Webland PHP 8.2, 8.3 und 8.4 am 22. Oktober gepatcht, Statusmeldung am 29. Oktober noch offen Keine Angabe zu PHP 8.1 und älter, Empfehlung: PHP 8.2 oder neuer

Drei Dinge fallen auf. Erstens hängt der Schutz älterer PHP-Versionen ganz davon ab, ob der Hoster Backports einspielt. Zweitens haben mehrere Hoster Anwendungen auf alten Versionen ohne Vorlauf auf eine neue PHP-Version umgestellt. Eine Anwendung, die dafür nicht bereit ist, steht dann still. Was du in diesem Fall tun kannst, steht im Artikel Webapplikation wieder zum Laufen bringen. Drittens waren Hoster mit CloudLinux später fertig: Die korrigierten Pakete kamen laut METANET erst spät in der Nacht auf den 22. Oktober, auch cyon und KreativMedia nennen verspätete Pakete. Wie lange die Hoster alte Versionen grundsätzlich anbieten, steht im Artikel PHP End of Life.

Was, wenn niemand für deine Anwendung zuständig ist?

Auf einem Hosting-Paket patcht der Hoster PHP selbst. Er prüft aber nicht, ob deine Anwendung schon angegriffen wurde, und er macht sie nicht fit für eine neue PHP-Version. Auf einem eigenen oder virtuellen Server, den früher eine Agentur oder ein Freelancer betreut hat, passiert ohne Verantwortlichen gar nichts. Dann sind das die nächsten Schritte:

  1. Klären, wo deine Anwendung läuft. Hosting-Paket, Managed Server oder eigener Server? Wer hat die Zugänge? Die Sofortmassnahmen, wenn der Entwickler nicht erreichbar ist, helfen beim Einsammeln.
  2. Patch-Stand bestätigen lassen. Beim Hoster nachfragen oder die Paketversion auf dem Server prüfen lassen.
  3. Auf Spuren eines Angriffs prüfen. Gibt es Hinweise, ist das ein Fall für den Notfall-Eingriff.
  4. Upgrade auf eine unterstützte Version planen. PHP 8.2 bekommt nach dem 31. Dezember 2026 keine Sicherheitsupdates mehr. Wie ein PHP-Upgrade abläuft und wie gross es wird, steht im eigenen Artikel.
  5. Zuständigkeit regeln. Die nächste kritische Lücke kommt bestimmt. Mit einer laufenden Wartung ist geregelt, wer Updates einspielt, Hoster-Meldungen liest und im Notfall reagiert. Willst du zuerst wissen, wie es um deine Anwendung steht, beginne mit dem Übernahme-Assessment.

Quellen

  1. [1]Warnung vor kritischen Schwachstellen in PHP · Bundesamt für Cybersicherheit BACS, 21. Oktober 2026
  2. [2]PHP Security Releases, 21. Oktober 2026 · The PHP Group
  3. [3]GHSA-w8hw-w9fx-j79w (CVE-2026-109618) · php-src, GitHub Security Advisory
  4. [4]GHSA-6wmf-4rv5-p3rp (CVE-2026-109619) · php-src, GitHub Security Advisory
  5. [5]Weitere Lücke CVE-2026-115560 · The PHP Group, 23. Oktober 2026
  6. [6]Today's PHP security release and how we're strengthening PHP security · The PHP Foundation
  7. [7]PHP2Shell · Wiz Research
  8. [8]Critical Vulnerabilities in PHP Require Immediate Patching · CISA
  9. [9]PHP Remote Code Execution (PHP2Shell) · watchTowr
  10. [10]Amazon says PHP2Shell exploitation began 4 days before patches · BleepingComputer, 22. Oktober 2026
  11. [11]PHP2Shell security flaws now successfully exploited in the wild · BleepingComputer, 26. Oktober 2026
  12. [12]Kritische PHP-Schwachstellen offenbar schon seit 2024 bekannt · Netzwoche, 23. Oktober 2026
  13. [13]Noch keine belastbaren Zahlen zu Einfluss der PHP-Sicherheitslücke auf die Schweiz · cash.ch (Keystone-SDA), 22. Oktober 2026
  14. [14]USN-8948-1 PHP vulnerabilities · Canonical
  15. [15]CVE-2026-109618 · Debian Security Tracker
  16. [16]Statusseite, Kritisches Sicherheitsupdate für PHP · Hostpoint
  17. [17]PHP2Shell, warum wir vom Netz gingen · cyon
  18. [18]Was ist der aktuelle Stand der PHP-Sicherheitslücken vom Oktober 2026? · METANET
  19. [19]Vulnérabilités PHP critiques · Infomaniak
  20. [20]PHP, aktueller Stand · green.ch
  21. [21]PHP-Sicherheitslücken, Update · hosttech
  22. [22]Statusseite · HOSTFACTORY
  23. [23]PHP-Sicherheitslücken behoben, das müssen Sie wissen · Novatrend
  24. [24]Status · EveryWare
  25. [25]PHP für Windows, neue Builds gegen CVE-2026-111497 · The PHP Group, 26. Oktober 2026
  26. [26]PHP für Windows, Downloads · The PHP Group
  27. [27]CISA Adds Two Known Exploited Vulnerabilities to Catalog · CISA, 27. Oktober 2026
  28. [28]Amazon Threat Intelligence identifies PHP2Shell exploitation prior to public disclosure · AWS Security Blog
  29. [29]PHP2Shell, bestätigte Codeausführung auf Honeypots · Adel Karimi, 24. Oktober 2026
  30. [30]Chained PHP2Shell exploit roots 25 servers · Dream, 26. Oktober 2026
  31. [31]CVE-2026-109618, PAN-OS · Palo Alto Networks
  32. [32]CTX697263, NetScaler ADC und NetScaler Gateway · Citrix, 22. Oktober 2026, aktualisiert 27. Oktober 2026
  33. [33]PHP2Shell · Sansec
  34. [34]Docker-Images php, Update auf 8.5.12, 8.4.27, 8.3.36, 8.2.35 · docker-library/php, 21. Oktober 2026
  35. [35]WAF-Schutz gegen die PHP-Lücken · Cloudflare, 21. Oktober 2026, ergänzt 23. Oktober 2026
  36. [36]Wichtiger Sicherheitshinweis zu Campingreservationen · TCS Camping, 23. Oktober 2026, aktualisiert 26. Oktober 2026
  37. [37]Erreichbarkeit über die Herbst- und Winterzeit · Camping Hüttenberg, 23. Oktober 2026
  38. [38]Betrugsversuche nach Datenleck im Buchungssystem für TCS Camping · SRF Espresso, 26. Oktober 2026
  39. [39]TCS Camping meldet Datenleck nach PHP-Sicherheitslücke · watson.ch (Keystone-SDA), 26. Oktober 2026
  40. [40]Nach Angriff über PHP-Sicherheitslücke nehmen Betrüger Camper ins Visier · Netzwoche, 27. Oktober 2026
  41. [41]Lagebericht PHP-Sicherheitslücke Schweiz · Risikomonitor, Stand 29. Oktober 2026
  42. [42]Phishing-Mails im Namen von METANET · METANET, 26. Oktober 2026
  43. [43]Statusmeldung zu den CloudLinux-Paketen · METANET, 22. Oktober 2026
  44. [44]Umstellung der Windows-Hostings · green.ch
  45. [45]PHP-Version einer Website ändern · Infomaniak, aktualisiert 27. Oktober 2026
  46. [46]PHP CVE-2026-109618, CVE-2026-109619 · nine.ch
  47. [47]Failles PHP d'octobre 2026 corrigées (CloudLinux) · SwissCenter
  48. [48]Statusseite · KreativMedia
  49. [49]Statusseite · Webland

Häufige Fragen.

Was ist PHP2Shell?

So heisst die Forschung, mit der Wiz Research, OpenAI Codex Security und Calif die beiden Lücken CVE-2026-109618 und CVE-2026-109619 ausgenutzt haben, und das dazugehörige Exploit-Skript. Demonstriert wurde die Übernahme von Servern mit WordPress, Drupal und Joomla. In den Medien steht der Name für beide Lücken.

Mein Hoster zeigt immer noch PHP 8.4.26 an. Bin ich geschützt?

Möglicherweise ja. Viele Hoster haben die Korrektur als Backport in die bestehende Version eingebaut, die angezeigte Versionsnummer bleibt dann gleich. METANET und green.ch nennen als Prüfmerkmal das Build Date in phpinfo(), es muss am 21. Oktober 2026 oder später liegen. Bei anderen Hostern, etwa SwissCenter, ist der Backport in phpinfo() gar nicht zu erkennen. Sicher bist du erst, wenn dein Hoster es bestätigt.

Ist meine Anwendung mit PHP 8.1 oder älter ungeschützt?

Nicht zwingend, aber es gibt keine offizielle Korrektur. Geschützt ist sie nur, wenn dein Hoster oder die Linux-Distribution einen Backport eingespielt hat. Laut eigenen Angaben haben das zum Beispiel cyon, Infomaniak, green.ch (Linux), nine.ch und SwissCenter auch für ältere Versionen getan. Unter Windows gibt es für PHP 8.1 und älter keine korrigierten Pakete des PHP-Projekts. Ohne Backport bleibt deine Anwendung angreifbar und gehört auf eine unterstützte Version.

PHP-Upgrade planen

Reicht eine Web Application Firewall?

Nein. Laut Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) verringern Übergangsmassnahmen nur einzelne Angriffswege und ersetzen das Update nicht, auch eine Web Application Firewall allein genügt nicht. Cloudflare hat seit dem 21. Oktober Regeln gegen die Lücken für alle Pläne mit WAF aktiviert, auch für den Gratis-Plan. Laut Cloudflare decken sie aber nicht jede Konfiguration ab, und auch Cloudflare rät zum Update.

Was muss ich nach dem Update noch tun?

Laut BACS die PHP-Dienste und dauerhaft laufenden PHP-Prozesse neu starten, Container neu bauen und Protokolle auf Spuren eines Angriffs prüfen. Korrigierte offizielle Docker-Images gibt es nur für PHP 8.2 bis 8.5, ein Container auf PHP 8.1 oder älter bleibt auch nach dem Neubau verwundbar. Betreibst du einen eigenen Linux-Server, spiel zusätzlich das Kernel-Update gegen CVE-2026-46300 ein, weil Angreifer die beiden Lücken laut der Sicherheitsfirma Dream damit verketten. Ein Update beseitigt keine bereits erfolgte Kompromittierung. Brauchst du die Upload-Fortschrittsanzeige von PHP nicht, lass sie wegen einer weiteren Lücke (CVE-2026-115560) besser ausgeschaltet.

Notfall-Eingriff bei Verdacht auf einen Angriff

Wurden in der Schweiz schon Anwendungen angegriffen?

Ein Fall mit gesicherter Ursache ist bisher nicht öffentlich. Am 22. Oktober 2026 waren dem BACS keine Angriffe in der Schweiz bekannt, seither hat es sich nicht mehr öffentlich zur Lage geäussert (Stand 29. Oktober). Am 23. Oktober warnte TCS Camping seine Gäste vor betrügerischen E-Mails und WhatsApp-Nachrichten. Der externe Anbieter der Reservationssoftware sei angegriffen worden, dabei seien vermutlich Buchungsdaten abgeflossen. Betroffen waren auch andere Campingplätze, die dieselbe Software nutzen. Die schriftliche Mitteilung von TCS nennt keine Ursache. Laut Keystone-SDA brachte ein TCS-Sprecher den Vorfall mit der PHP-Lücke in Verbindung, laut Netzwoche untersucht der Anbieter die Ursache noch.

Wie viele Websites in der Schweiz sind noch betroffen?

Das lässt sich von aussen nicht genau sagen. Risikomonitor zählte am 29. Oktober 2026 rund 54'000 von 1,82 Millionen geprüften Websites mit Schweizer Bezug, die eine PHP-Version ohne Korrektur oder ohne Support melden (3 Prozent). Rund drei Viertel davon nennen eine Version ohne offiziellen Support, vor allem PHP 7.3 und 7.4. Weil viele Hoster per Backport patchen und die Versionsnummer dabei gleich bleibt, zeigt die Zahl eher, wie verbreitet alte PHP-Versionen sind, als wie viele Websites tatsächlich ungeschützt sind.